Presse Tagebuch

Das Tagebuch des Pressebeauftragen Andi Hilmer:

“Freitag, 11. September 2015″

Liebes Con-Tagebuch,

der erste Tag ist vorbei.
Lange haben wir allesamt auf diesen Tag hingearbeitet, lange haben wir vorbereitet, Zeit und Mühen reingesteckt.
Und schwupps, so schnell wie er da war, ist er auch wieder vorbei gewesen.
Er hat auch seine Spuren hinterlassen. Ich bin sau müde. Kann aber nicht schlafen.
So wie ich auch die letzten Tage nicht schlafen konnte.
Jetzt sitze ich hier und erzähle Dir von diesem Tag.

Angefangen hat er um 6:30 mit einem nervigen Wecker.
Raus aus dem Bett, rein in die Dusche.
Meine Frau packt ihre Sachen zusammen, ich packe meine Sachen zusammen.
Meiner Packliste folgend kommen mit:
Die Stichpunkte für die Pressekonferenz: Check
Die Presse Namensliste für den Eingang: Check
Yellow-Press T-Shirt, Wechsel-Shirt, Zivil-Shirt: Check
Die Danksagungen für Moderatoren fürs Closing: Check
Fotokamera: Check
Handyladekabel: Check
“Die Toten” für Ingo Römling zum Signieren: Check
CD-Stifte für die Trooperbox: Check
Geld für Merchandise, Souvenirs, usw.: Check
Alles in dreifacher Ausführung ausgedruckt: Check

Scheint alles da zu sein. Also gut, dann nix wie los nach Langwasser.
Parkplätze gibt es ja zum Glück genug in der Nähe, die früh morgens auch noch frei sind.
Und dann rein ins bunte Treiben.
Hier werden noch ein paar Fanstände aufgebaut, da noch ein paar Vitrinen geputzt.
Meine Frau verschwindet beim Catering. Ich fliege ein wenig um die Lampe.
Ich bin jetzt schon zum dritten Mal in den Hauptsaal gegangen und habe nochmals alles kontrolliert.
Die Tische stehen in zwei Reihen, die Namensschilder sind hingestellt. Tischdecken sind drauf und sogar gebügelt.
Niels, der LEGO Designer, ist auch schon da und schaut sich alles an.
Er kommt her und meint, ob man nicht “General Nadine” schreibt.
Das ist jetzt eine kleine Panik, nachdem ich schon “Mon Motha” aufs Schild gesetzt hatte.
Schnell nochmals das allwissende Internet befragt und zur Beruhigung haben wir ihn doch korrekt “General Madine” geschrieben.
Danke Niels trotzdem für das nochmalige Prüfen.

8:30 und ich bekomme einen Anruf von der Produktionsleiterin des Galileo-Spezials: Sie sind jetzt da.
Wie?! Sie sind jetzt schon da?!
Tage vorher hatten wir nochmals telefoniert.
Ob der Freitag denn der richtige Tag sei, ob da denn schon genug Leute da sind.
Ja, es sind genug Leute da. Allein die Stammbesetzung aus Helfern, Kostümträgern und verkauften Wochenend- und Tagestickets sorgt für genug Leute.
Und außerdem ist es gut, wenn nicht so viel los ist, dann haben sie Platz zum Drehen.
Außerdem war angedacht, dass sie morgens erst in die Stadt gehen und dort ein paar Interviews aufschnappen wollen.
Alles klar, morgens 8:30 ist auch in der Nürnberg Innenstadt noch nichts los, wenn die Läden erst um 9:30 aufmachen.
“Macht nichts, fühlt euch frei, dreht, worauf ihr Lust habt”.

Und ab 9:00 beginnt für mich die richtig heiße Phase, da sollte die versammelte Presse so langsam aufschlagen.
Zum Glück bin ich Raucher, gehe immerwieder raus, ziehe eine nach der anderen rein.
Doch es kommt keiner.
“Noch keiner da?” – “Nee… entweder kommen sie alle fünf vor zehn oder fünf nach zehn”.
Naja, letztendlich gehe ich fünf vor zehn in den Hauptsaal.
Und es trudeln unsere Gäste ein.
Ein Bild für Götter.
Da sitzen sie nun, 21 Männer und Frauen, die ein bunt gemischtes Sammelsurium für die Star Wars Fans sind:
Schauspieler, Autoren, Designer, Produzenten, Synchronstimmen, offizieller Star Wars Fan Club, Fan-Film-Macher und Fan-Szene-Experten.
Oh ja, “Fan-Szene-Experte” unbedingt merken.
Nach ein paar Umplatzierungen – wer hat Dave Prowse ganz an den Rand gesetzt?! – geht es dann auch schon los.
Der Saal ist leer. Also gut, irgendwie werden es schon zehn oder zwölf Leute im Publikum gewesen sein. Aber das kann doch nicht alles sein!
Gar kein Problem. Wir legen trotzdem los. Die eine oder andere Kamera ist da. Und Zuhörer sind Zuhörer.
Ich habe erst Mal erklärt, dass ich den SWFN vorstelle, was die Noris Force Con ist, wer unser Spendenpartner ist und dass wir uns dann den Gästen widmen.
Eigentlich wollte ich den Gag bringen, dass “es so in etwa fünf bis zehn Minuten sind, die wir Deutsch sprechen, dann geht es auf Englisch weiter. Ihr könnt ja einen kurzen Power-Nap machen. Wir rufen laut euren Namen, um euch zu wecken”.
Aber das habe ich auf Englisch nicht so schnell rausgebracht.
Naja, hat ja keiner gemerkt, dass ich keinen Witz gemacht habe.

Wie geplant und schön auf dem Zettel aufgeschrieben, erst mal erzählen wer wir sind, was die NFC ist und wer unser Spendenpartner ist.
Cristine von den “Kinderschicksalen Mittelfranken e.V.” hat sich und den Verein dann noch genauer vorgestellt.
Und dann ging es ans Eingemachte. Vorstellung der Gäste.
Und die paar Leute im Saal konnten ganz schön laut applaudieren und feiern. Respekt!
Dave Prowse – Jäh, klatschen
Kenneth Colley – Jäh, ausrasten
Oliver Döring – … wer? (Nein Quatsch, nur ein kleiner Scherz liebes Tagebuch :-*)
Jeder wurde sehr freudig und laut begrüßt.
Das hat die Stimmung schon mal gut aufgelockert.

So, letzter Punkt auf meinem Zettel: Gäste Q&A (Question & Answer, A.d.R.)
“Dann sind wir jetzt offen für Fragen. Hat jemand eine Frage?”
… und es passiert nichts. Keiner meldet sich, keiner hat scheinbar eine Frage.
HAT DENN KEINER IRGENDWAS, DAS ER WISSEN WILL??!!
Darauf war ich nicht vorbereitet.
Aber “natürlich” ist auch das kein Problem. Wir sind ja Profis (oder geben zumindest vor, welche zu sein).
Wir sind ja spontan und flexibel.
“Ja, äh… Niels… Niels! Ist die Arbeit an Spielzeug, denn immernoch Arbeit?”
Puh… der erste Stein ist gelegt. Blöde Frage, aber er steigt gut drauf ein.
Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung was die einzelnen Leute denn so erzählt haben.
Das müssen wir wohl die paar Besucher im Saal nochmals fragen.
Und irgendwann ging es dann gut voran.
Mal kam eine Frage aus dem Publikum.
Mal habe ich die Gäste aufgefordert, ob sie denn nicht Fragen hätten (was gut angenommen wurde. Hans-Georg Panczak z.B. hatte die Frage, ob es eine Spendenkontonummer der Kinderschicksale gibt).
Und mal habe ich eben noch eine Frage eingeworfen, wie es denn für Timothy Zahn war, das Erweiterte Universum neu zu beleben.
Zu guter Letzt wurde erst noch geschärzt, ob man denn ein Lied singen wollte. Das hat ein anderer dann aufgegriffen und mit dem gesamten Saal noch ein Liedchen geträllert.

Und man will es nicht glauben, aber keiner lies sich damit locken, dass alles, was wir in diesem Saal fragen, auch in dem Saal bleibt.
So hat man zwar auf Star Wars Episode VII Antworten bekommen, aber natürlich waren die sehr allgemein.
Klar, es soll das Gefühl der alten Trilogie fortsetzen, es gibt wieder einen Millenium Falcon, aber jeder darf natürlich nicht so viel (eigentlich gar nicht) darüber sprechen.

Jetzt ist es dann auch vorbei. Die Pressekonferenz ist gelaufen.
Und ich habe ganz schön geschwitzt.
scheint aber alles gut gelaufen zu sein.
Ich habe dann doch noch von den Schauspielern gehört, dass die PK gut war, dass ich das gut gemacht habe und ob ich die Fragen auf dem Zettel hatte.
Auch mein Englisch hat gepasst. Hier gab es allerdings den Kommentar aus der Orga, ob man da nicht hätte jemand übersetzen lassen sollen.
Mal schauen, das nehmen wir den Zettel “Für’s nächste Mal”… das nächste Mal, hm, mal sehen, ob es eine NFC5 gibt.
Nach jetzigem Stand: Niemals wieder! … vielleicht.

Als nächstes steht “die Öffnung der Tore” an.
Hoffentlich sind auch welche da. Wäre schade, wenn wir große Eröffnung um 11:38 hätten und keinen interessierts.
“Da sind schon so um die 100 Leute draußen und warten” hieß es irgendwo aus dem Off.
Klasse! Ich hätte mir 50 gewünscht.
Also, schnell noch die Kamera rausgeholt und dann mal rausgeschaut.
Und ja, es sieht immer gut aus, wenn eine Schlange irgendwo einen Bogen schlagen muss.
So auch vor unseren Türen. Da stehen sie bis zur Straße und dann im Bogen auf dem Gehweg.
Nach meinen paar Bildern setz ich mich erst mal an den Rand.
Eisi kommt dazu und meint, das muss man aufsaugen. Das kriegen wir so schnell nicht mehr.
Dann steht er auf und spricht zur Menge. Dass wir uns auf ein Wochenende freuen können, dass wir alle unseren Spaß haben sollen.
Und dann lässt er erst Mal drei Transporter starten.
Geilomat mit Gänsehaut.

“Jetzt ist das meiste ja geschafft. Zurücklehnen und genießen”. Denn mein Tagespunkt ist erledigt und der Rest läuft auch ohne mich.
Na klar!!!
Anruf: “Hier ist jemand von der Presse”.
Anruf: “Kannst Du mal hier schauen”.
Pizza rein drücken und Anruf: “wir hätten da noch ein paar Fragen”.
Den ganzen restlichen Tag war ich dann noch auf den Beinen.
Der ruhiger gedachte Freitag hat sich nicht nur für mich, sondern auch für das eine oder andere Kamerateam als sehr ergiebig gezeigt.
“Nein nein, wir haben jetzt mehr als genug Material. Da brauchen wir dies und das nicht mal mehr wirklich.”.
Okay, soll mir recht sein. Seid ihr glücklich, bin ich auch glücklich.
Und zwei drei Interviews waren auch noch drinnen.
Wie viele Gäste erwartet ihr?
Was treibt euch an?
Für wen macht ihr das Ganze?
Eigentlich das Übliche. Aber es ist schon etwas besonderes, wenn man sich auf der Con dafür die Zeit nimmt, nochmals abseitz setzt und das in Ruhe macht.

Als ich dann tatsächlich das Gefühl von etwas Ruhe bekommen habe, habe ich die “Con-Box” rausgeholt.
Zu dieser Con sollte es der Exclusive First Order Stormtrooper sein, auf dem ich meine Unterschriften sammeln möchte.
Unterschriften von allen, die diese Con ermöglicht haben, Helfer, Gäste, Lieblingsbesucher, Freunde und besondere Kostümträger.
Ich nehme meine LEGO Tasche, hab die Box in einer Tüte und brauch nur noch die Stifte.
Die Stifte… sollten dabei sein. Hatte ich auf meiner Packliste. Wo sind die Stifte?
Die habe ich doch nicht hergegeben. Die hat sich doch wohl keiner der Nasenbären einfach genommen.
Jung, dynamisch und flexibel, dann gehen wir halt schnell zum Karstadt und kaufen neue.
Gedacht, getan und schon hatte ich wunderschöne, vier neue Folienstifte in Blau, Schwarz, Rot und Grün.
Dann kann ich mich ja auf Unterschriften-Tour begeben.
Also tingel ich durch die Con und suche mir alle sämtliche Leute zusammen, die ich auf meiner Box haben möchte.
Das letzte Mal hatte ich die Stars vorne drauf, hinten die eigentlichen Stars dieser Con.
Dieses Mal wird das ganz schön knapp.
Und das Problem: Man kann ja nicht einfach so zu den Schauspielern gehen und versuchen was kostenlos unterschreiben zu lassen.
Der Plan: Anstellen und erst zum Green-Shirt gehen und die Box unterschreiben lassen. Dann schaut der Schauspieler blöd, es wird erklärt und gefragt, ob er/sie denn auch drauf möchte. Und zack, wollen sie ja drauf unterschreiben.
Bei Dave Prowse habe ich mich irgendwie nicht getraut. Der alte Mann ist immernoch sehr imposant. Und schließlich hat er Darth Vader verkörpert. Vor dem dunklen Lord der Sith habe ich irgendwie immernoch großen Respekt.
Naja, morgen vielleicht.
Inzwischen habe ich allerdings auch schon viele Unterschriften drauf. Und merke, dass ich wohl einen Silberstift für die schwarze Seite brauche.
Zum Glück habe ich vorhin noch einen Gefunden. Der Fundus an Stiften bei uns im Haushalt ist groß und bunt.

Dann wurde es auch langsam spät. Die Beine sind schwer.
Den Rest des Tages hatte ich die Runde gemacht und gefragt, ob jemand was braucht, ob alles in Ordnung ist.
Meistens kam “Passt alles. Alles gut soweit.” Man hat den Leuten schon angemerkt, dass sie Beschäftigt sind, aber dass alles passt hat man ihnen genauso angesehen.
Ab und an habe ich sogar meine Frau gesehen. Meistens an der Kasse. “Die Kassenmaus gibt die Kohle raus”.
Schon faszinierend, welche Wirkung ein paar Mini-Maus Ohren auf die Leute haben können.
“Meine Frau ist die am Catering, die mit den Ohren” – “Ah ja, die mit den Ohren!” *gekicher*.
:-P

Letztendlich haben wir es dann auch irgendwann nach Hause geschafft.
Fertig mit der welt. Und es sind noch zwei Tage Con.
Wenn’s nach mir geht, könnte es jetzt auch schon Sonntag sein.
Aber jetzt habe ich ja alles von der Seele geschrieben und werde noch später ins Bett gehen und ein bißchen wach liegen.
Schlafen kann ich ja morgen auch noch.

Gute Nacht, liebes Con-Tagebuch.”

 



 

Samstag, 12. September 2015

Guten Abend, mein Con-Tagebuch!

Es heißt zwar, der Freitag wäre angeblich der schwächste Tag, bei einem
Dreitage-Wochenende, aber irgendwie kam es mir nicht so vor. Keine
Ahnung, vielleicht habe ich mir einfach nicht die Zeit genommen, einfach
mal irgendwo zu stehen oder zu sitzen und das ganze Treiben genauer
anzusehen. Aber mir kam es so vor, als wäre der Freitag bereits gut
besucht gewesen und heute kamen genauso viele. Okay, vielleicht ein paar
Leute mehr, aber es war noch gut erträglich. Die Gänge waren immer gut
gefüllt, aber man kam auch immernoch gut überall vorbei.
Apropos gut: Super gut hat der Tag mit Zeitungenkaufen angefangen! Die
üblichen drei Verdächtigen sind die Nürnberger Nachrichten, Nürnberg
Zeitung und – weil es halt nun mal ein vielgelesenes Blatt ist – die
BILD Zeitung. Die Bild hatte im Vorfeld ein wenig zu großmundig erklärt,
sie würden einen großen Bericht bringen… es war nur eine Spalte an der
Seite. Aber okay, immerhin mit Bildern und Hinguckern. Da soll man sich
nicht beschweren. Die NN hatte da schon auf der Titelseite den Hinweis
und dann eben weiter hinten die guten Bilder und viel Beitrag. Aber
richtig abgeschossen hat mich die NZ: TIE Fighter auf der Titelseite.
Boom Baby! Das ist quasi ein Jackpot, weil jeder, der auch nur irgendwie
in die Nähe von Zeitungen kommt das Titelbild dann auf jeden Fall sehen
wird. Klasse Sache!
Der Con-Tag an sich hat dann wieder morgens um 8:00 angefangen. Erst mal
mit dem Versuch einen Kaffee zu bekommen. Ingo (Römling) und ich haben
uns dann welchen bei den Kostümlis geholt, bei der Umkleide. Denn da
sind die “kleinen” Kannen, die schnell gefüllt sind. Während bei
Catering die großen Pottiche sind, die natürlich auch entsprechend lange
brauchen, bis sie mal liefern können. Normalerweise sage ich mal, dass
kein Kaffee auch keine Lösung ist. Ein neudeutscher “No-Go”. Aber ja,
das habe selbst ich verstanden, dass die Mengen an Kaffee auch erst
kochen müssen, bis man sich welchen holen kann. Irgenwie habe ich
rückblickend eh nur zwei Tassen heute getrunken. Ich weiß auch nicht,
was mit mir los war. Aufregung? Zu tun? Und gegessen habe ich auch recht
wenig. Naja, kein Ding, da kann man ruhig mal zu beschäftigt sein, um
sowas zu vergessen ;-)
Auch heute dachte ich, dass ich eigentlich nen Ruhigen haben würde, aber
auch daraus wurde wieder nichts. Von der Presse kam jemand Neues, aber
vom Vortag hat man dann doch wieder den einen oder anderen gesehen. Auch
die können wohl nicht genug bekommen ;-) Aber wer uns so gut mit nem
Titelbild bedient, soll ruhig das ganze Wochenende bei uns sein.
Hinter der Bühne allerdings war richtig gut was los. Dieser Bienenstock
hat schon auch was für sich. Wenn man mal sieht, wie manche voll den
Plan haben, dann aber doch durch kleine Probleme aus dem Konzept kommen.
Andere wiederum wirken, als wären sie völlig chaotisch, aber es klappt
alles so wie es soll. Das Gewusel und geschäftige Treiben ist auch eine
Stimmung für sich. Hier und da gibt es mal Anspannungen und vielleicht
die Verzweiflung, wie man denn wohl etwas meistern könnte. Aber dann, am
Ende des Tages, hat doch alles geklappt. Und wenn man selbst keine
richtige Aufgabe hat und als Springer sich einbringt, dann bietet man
hier und da Hilfe an, da fragt man mal, ob noch alles passt und wenn man
gerade Rauchen will, geht man halt Rauchen. Aber so richtig ruhig ist
man dann auch nicht. Man hat das Ohr überall und reagiert schon auf die
kleinen Seufzer oder hektsichen Suchereien. “Brauchst Du was? Kann ich
Dir was helfen?” – “Ah, ich brauch das Ding, das war gerade doch noch
da”… das schöne an einem guten Team – und ich muss an dieser Stelle
sagen, dass das Team einfach fantastisch ist! – wenn jemand sagt “Ich
kümmer mich darum”, dann kann man auch darauf zählen, dass sich darum
gekümmert wird. Mir ist das nicht wirklich bewusst, aber jetzt, da man
mal doch zur Ruhe und zum Denken kommt, da fällt mir auf, dass es aus
dem Team heraus nichts Negatives gibt. Klar, mal der Aufreger, wenn
etwas oder jemand nicht so funktioniert wie man sich erhofft hat. Oder
Flucherei, wenn was vergessen wurde. Aber es ist keiner dabei, weder bei
der Orga, noch den Resortleitern, noch bei den Helfern oder Fangruppen,
die irgendwie mit einer grundschlechten Einstellung an etwas ran geht.
Der typische “fränkische Pessimist” ist irgendwie drausen geblieben.
Wundert mich eigentlich, da müsste ja rein prozentual schon der eine
oder andere dabei sein. Aber mir ist keiner aufgefallen.
Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass sich entweder alle kennen
oder eben nicht kennen. Bemerkenswerterweise kommt es mir so vor, als
würde ich genauso viele Leute kennen, wie ich auch nicht kenne. Und doch
kommen alle zusammen, ziehen am gleichen Strang und “kämpfen” für die
gleiche Sache. Man geht durch die Flure, sieht jemanden im blauen Shirt,
den man gar nicht kennt, lächelt sich aber gegenseitig an. Ein kurzes
“Passt alles?” und wie natürlich ein freundliches “Alles klar soweit.”.
Man lächelt und geht weiter.
Und das habe ich bei allen versucht. Einfach mal vorbei schauen, fragen,
ob alles passt, ob man was helfen kann und dann eben, wenn was ansteht,
“sich drum kümmern”. So hat man mal die Gelegenheit dann doch den einen
oder anderen kennenzulernen oder aber zu sehen, ob bei jemand etwas
nicht passt. Und wenn derjenige die Chance nicht nutzt… was soll man
machen? Wo man halt nicht viel machen kann ist, wenn sich das Programm
verschiebt. Das scheint so eine Veranstaltungskrankheit zu sein. Ich
habe es bisher noch nicht erlebt, dass sich das Programm nicht in
irgendeine Richtung verschiebt. Klar, wenn man Labertaschen einlädt,
muss man damit rechnen, dass sie über die Zeit sich verquatschen. Dann
kommen natürlich noch Umbauarbeiten oder Vorbereitungen dazu. Aber bis
heute konnte ich es noch nicht fest machen, warum sich alles irgendwie
verschiebt. Vielleicht kann ich ja morgen mehr berichten. Allerdings
kann man auch einiges kompensieren, wenn man bei anderen Sachen Zeit
sparen kann. Aber es wird mir einfach ein Mysterium bleiben.
Da ich mich auf kaltem Entzug von der Loserei befinde – ich würde nicht
direkt von einer Glücksspielsucht sprechen, aber die letzten Cons haben
mir gezeigt, dass ich einfach kein glückliches Händchen habe (ich habe
neulich erst wieder Taschentücher von der NFC2 gefunden :-/ – hatte ich
zufällig noch etwas Budget übrig, um Shoppen zu gehen. Ich hatte meine
Frau und eine gute Freundin dabei und wir haben uns mal umgesehen, was
so angeboten wird. Witzigerweise bin ich auf ner Star Wars Con und kaufe
mir alles – außer Star Wars Merch… Ich habe z.B. meine
Comic-Film-Sammlung aufgestockt. Und einen absoluten Trash-Film geholt:
Zombies from Outer Space! 50er Jahre, bayerischer Zombie-Alien-Film.
WTF! Aber irgendein (gewollter) Müll muss ab und zu einfach mal sein :-D
Aber wenn ich schon mal auf Tour war, hatte ich auch immer meine Tasche
mit meiner Con-Box dabei. Ich habe jetzt schon langsam das Stadium
erreicht, dass nicht mehr viele Unterschriften auf meine Box drauf
passen. Die müssen jetzt immer kleiner und kleiner werden. Da hätte ein
Johann Wolfgang von Goethe wohl nicht mehr viel Chancen. JWvG passt aber
noch allemal drauf. Außerdem fangen die Leute jetzt schon an auf den
dünnen Stellen zwischen dem Gestanzten oder auf dem Arm vom Trooper zu
unterschreiben. Und natürlich kam das eine oder andere Mal die große
Geste “ich schreibe einfach groß über alle anderen drüber”… gemacht
hat es aber keiner. Brave Leute.
Nach ihrer letzten Schicht ist meine Frau dann auch bald nach Hause
gegangen. Wer sollte mich jetzt noch bei der Auktion stoppen?! Nein
nein, ich hatte mir vorgenommen, dass ich mir für Betrag X einfach
irgendwas ersteigere. Und letztendlich wurde es dann ein von Niels
mitgebrachtes LEGO set, auf dem vier beteiligte Designer unterschrieben
hatten. Coole Sache. Ich wusste erst nicht so recht, was es werden soll.
Die 6Inch Figur mit Jeremys Unterschrift war klasse, aber schon recht
schnell über meinem Budget. Und als dann der Laubi von der Bühne runter
mit auf das Set geboten hat, war meine Zeit gekommen, he he. Für ihn
blieb dann immerhin noch die Robert-Watts-Indiana-Jones-Gedenkmütze, he
he. Letztendlich habe ich es aus eigener Vernunft heraus geschafft, dass
ich nicht all mein Taschengeld bei der Auktion gelassen habe. Aber es
ist schon ein cooles Gefühl irgendwo mitzubieten. Und viel cooler ist
es, dass man das dann auch bekommt. Ja klar, wer bei ebay mitbietet, er
kennt das Gefühl. Aber im Saal, auf Handzeichen und die Stimmen von Luke
und Leia geben Dir den Zuschlag, das ist schon was anderes. Ist übrigens
auch abgefahren, wenn man irgendwo im Raum öfter mal Luke und Leia mit
dabei hat. Und die sich dann über irgendwas unterhalten. Nur nicht über
die Macht die Rebellion. Was weiß ich, MÜsli oder sowas.
Nach der Auktion haben sich dann die Frauen und Männer der Stadtkappelle
bereit gemacht, um den letzten Programmpunkt anzustimmen: Das
Filmmusikkonzert. Ich persönlich muss sagen, dass ich irgendwie nicht in
der Stimmung war. Ich bin dann einfach draußen geblieben, hab den
sommerlichen Abend genossen und habe mit sämtlichen Leuten das Quatschen
angefangen. Wer mir vor die Flinte kam, den hab ich zugelabert… okay,
einigen bin ich selbst vor die Flinte geraten. Aber dazu ist es da.
Gerade die – wie soll man sagen, ohne dass man andere ausschließt oder
wenig wert macht? nennen wir sie dann doch – Hardcore-Fans, die auch
jede Con mitmachen, die sind ja zum Kennenlernen und Wiedertreffen da.
Und wenn man ein kontaktscheues Reh ist, dann klappt das einfach nicht.
Also ansprechen und ansprechen lassen. Von drinnen kamen dann die
verschiedensten Melodien nach draußen. Und später, es muss wohl ne
Zugabe gewesen sein, waren die Türen offen (da der Saal leider recht
schnell luftleer wird) und innen Standen sie ernsthaft auf den Stühlen
und haben Laolas und Raketen zur Cantina Band gestartet und gefeiert.
Verdammt cool. Wir rocken auf alles und mit jedem :-D
Ich habe dann nicht mehr wahnsinnig viel gerockt und bin nach Hause
gegangen. Es gäbe zwar noch die Aftershowparty, die wohl jetzt und
wahrscheinlich noch bis in den Morgen hinein läuft, aber auch die habe
ich mal sein lassen. Sonst bin ich morgen absolut hinüber und man kann
mit mir gar nichts mehr anfangen.
So schlaf ich jetzt doch lieber ein wenig… gut ich versuche zu
schlafen… und morgen geht die Party ja weiter.

Dir auch noch einen geruhsamen Abend.





 

Sonntag, 13. September 2015

Ich nehm es gleich vorweg: fucking 25.000 Euro! Oh yeah!
Das stand heute auf dem Spendenscheck, den wir an die KSM’ler übergeben haben.

Und wieder hat der Tag früh morgens um 8:00 begonnen. Ist überraschend leicht gefallen, heute aufzustehen. Aber dafür hatte ich ja gestern auf die Aftershowparty verzichtet. Die muss ja legendär gewesen sein. Viel hat man allerdings nicht gehört, außer, dass es eine Party war, die Stimmung war die Bombe und es scheint für einige doch etwas länger gegangen zu sein.
Nicht so lange ging es für unseren Eisi, der sich auf biernassem Boden wohl einfach das Knie verdreht hat. Der saß mit Krücken auf nem Stuhl und konnte die Aufgaben als Con-Leitung also nur stationär machen. Auch kein Problem. Ich habe mich am Vormittag als sein Springer angeboten.
Mein “Con-Büro” habe ich einfach draußen im Auto eingerichtet und alles dort gelassen.
Eigentlich hatte ich geplant heute mit der Kamera dann die Leute und Kostüme einzufangen. Dazu bin ich dann nicht mehr gekommen. Aber meine Con-Box hatte ich weiter dabei. Und da ging auch das große Raten los “Wen habe ich wohl vergessen?” und so bin ich zu einigen Leuten dann auch hin mit “Hab ich Dich schon?” – “Ja, mich hast Du schon”. Aber es kamen auch Leute auf mich zu von, wegen sie wären nicht drauf. Sehr spaßig, dass manche selbst nicht mehr wußten, ob sie drauf sind oder nicht.
Es war heute herrliches Wetter und man hat schon gemerkt, dass etliche den dritten Tag hier sind. Viele sind dann gemütlich drinnen oder draußen gesessen, haben heute dann einfach kein Kostüm angezogen und haben einfach das Wetter genoßen und vermehrt das Gespräch mit den anderen gesucht.
Da auch das Programm heute schon mit der Closing um 17:00 geendet hat, ist auch der Tag recht schnell vergangen. Fast schon zu schnell. Aber auf der anderen Seite ist die ganze Con so schnell vergangen, dass auch die einzelnen Tage und die Erinnerungen miteinander verschwimmen.
Vielleicht gar nicht schlecht, dass der letzte Tag etwas kürzer ist. War echt viel und anstrengend, aber lohnend. Sehr lohnend.
Das Hightlight war dann natürlich die Closing. Und die nimmt mich immer arg mit. Ich bin erst nicht auf die Bühne. Sollen die im roten Shirt das ruhig ohne mich machen. Und Eisi sitzt da und erzählt vom Jedi-Ritter sein, das Fan-Sein für das Gute nutzen und ich habe einfach drauf losgeheult. Das ist so eine Mischung aus gerührt sein, was man geleistet hat, aber auch der Abfall der Spannung. Dann hieß es man sucht mich und ich soll doch auf die Bühne kommen. Ich bin dann halt mit “Allergie” auf die Bühne ;-)
Und wie schon gesagt, 25.000EUR stand dann auf dem Spendenscheck, den wir an den “Kinderschicksale Mittelfranken e.V.” übergeben konnten.
Nach der Closing geht es dann meistens recht schnell. Das Aufräumen beginnt, viele Leute müssen noch einen weiten Weg heimfahren und es ist wieder das bunte Treiben, wie zum Aufbau.
Irgendwann reicht es dann und man macht dann für den morgigen Tag alles klar, wenn das Aufräumen richtig weitergeht. Dann heim und einfach nur Schlafen.
Ich habe gerade noch an meinen Presseverteiler die Kurzmeldung über den
Erfolg rausgegeben und drei Bilder dazu gepackt.
Und jetzt ab ins Bett.

War eine geile Con.”